Kündigung wegen Krankheit: Wann Ihnen eine Abfindung zusteht

Sie haben seit längerer Zeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und sind nun auch noch Ihren Job los? Mit diesem Problem lassen wir Sie nicht allein. Lesen Sie bei uns, welche Voraussetzungen für eine rechtsgültige Kündigung erfüllt sein müssen, welche Fehler eine Kündigung unwirksam machen und wie Sie eine Abfindung erwirken können.

Für eine Krankheit können Sie als Arbeitnehmer in aller Regel nichts. Daher erscheint eine Job-Kündigung in diesem Fall besonders ungerecht. Auch die Arbeitsgerichte sind aller Regel auf der Seite des Arbeitnehmers und haben einige Voraussetzungen für die Kündigung aufgrund von Krankheit festgelegt.

Voraussetzungen einer krankheitsbedingten Kündigung

Nur, wenn diese drei Voraussetzungen erfüllt sind, ist eine Kündigung durch den Arbeitgeber wirksam:

  • Zum Zeitpunkt der Kündigung hat eine klare negative Gesundheitsprognose in einem Beobachtungszeitraum von zwei Jahren mit jeweils mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit pro Jahr vorgelegen. Ihr Arbeitgeber musste also davon ausgehen, dass weitere Erkrankungen im bisherigen Umfang auch für die Folgezeit zu erwarten sind.
  • Es muss feststehen, dass Ihre folgenden zu erwartenden Ausfallzeiten aufgrund von Krankheit auf Arbeitgeberseite zu einer erheblichen Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen führen.
  • Der Schaden des Arbeitgebers ist höher als Ihr Schaden, den Job zu verlieren. Heißt konkret: Der zu erwartende wirtschaftliche Schaden für Ihren Arbeitgeber bei Fortführung des Arbeitsverhältnisses muss größer sein, als Ihr Interesse, den Job zu behalten. Ihr Interesse als Arbeitnehmer wird dabei an sozialen Kriterien wie zum Beispiel Alter und/oder Krankheit bemessen. Kriterien also, die es Ihnen möglicherweise erschweren, einen neuen Job zu finden.

» Betriebliches Eingliederungsmanagement

Laut § 167 Abs. 2 Satz 1 Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) ist der Arbeitgeber verpflichtet, Ihnen als Arbeitnehmer ein Angebot zur betrieblichen Wiedereingliederung zu unterbreiten, wenn Sie innerhalb eines Jahres über 6 Wochen arbeitsunfähig waren. Das Ziel ist dabei immer, Ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Beispielsweise können Sie dann zunächst verkürzt arbeiten oder einen andere Tätigkeit ausüben, die Sie weniger beansprucht. Ohne ein korrekt durchgeführtes betriebliches Eingliederungsmanagement nehmen die Gerichte normalerweise die Unwirksamkeit der Kündigung an.

Diese Fehler machen die Kündigung nach Krankheit unwirksam

Eine Kündigung nach Krankheit durch den Arbeitgeber kann auch aufgrund anderer Fehlern unwirksam sein. Zum Beispiel, wenn...

  1. ...es in Ihrem Unternehmen einen Betriebsrat gibt, der vor Ausspruch der Kündigung nicht angehört wurde.
  2. ...die Kündigung nicht in schriftlicher Form erfolgt ist.
  3. ...die gesetzliche Kündigungsfrist nicht genannt wurde.
  4. ...eine nicht befugte Person die Kündigung unterschrieben hat.

Wann Sie eine Abfindung bei der Kündigung nach Krankheit erwirken können

Ohne genaue Details Ihres Arbeitsverhältnisses lässt sich leider keine klare „Ferndiagnose“ stellen. Denn bei der Frage, ob Ihnen eine Abfindung zusteht, spielen insbesondere individuelle Gesundheitsprognosen und Interessenabwägungen zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber im Einzelfall eine Schlüsselrolle. Etwas anderes gilt natürlich, wenn eine Abfindung bereits in Ihrem Arbeitsvertrag oder in einem Tarifvertrag vorgesehen ist.

Doch zur Vermeidung langjähriger Rechtsstreitigkeiten lassen sich unserer Erfahrung nach viele Arbeitgeber auf eine Abfindungsvereinbarung ein. Diese wird häufig auch von den Arbeitsrichtern selbst bereits im ersten Termin der Verhandlung vorgeschlagen. Manche Arbeitgeber versuchen auch zur Vermeidung eines Gerichtsverfahrens mit dem Arbeitnehmer einen einvernehmlichen Aufhebungsvertrag abzuschließen.

Vorsicht vor Aufhebungsverträgen!

Bei einem Aufhebungsvertrag werden Sie als Arbeitnehmer nicht entlassen, sondern Sie einigen sich einvernehmlich mit Ihrem Arbeitgeber auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Das kann im Nachhinein für Sie als Arbeitnehmer große Nachteile haben. Zum einen könnte das Arbeitsamt annehmen, dass Sie Ihren Arbeitsplatz freiwillig aufgegeben haben und eine Sperre für Ihr Arbeitslosengeld setzen. Außerdem könnte man Sie mit einer zu geringen Abfindung abspeisen.

Lassen Sie sich deshalb bitte nicht von Abfindungszahlungen locken und unterschreiben Sie in diesem Fall nicht sofort einen Aufhebungsvertrag. Denn: Wenn Sie bereits unterschrieben haben, ist der Zug sprichwörtlich abgefahren und eine Kündigungsschutzklage nicht mehr möglich! Daher sollten Sie Ihren Aufhebungsvertrag unbedingt vor Unterzeichnung prüfen lassen.

Fazit: Bei einer Kündigung nach Krankheit ist in vielen Fällen eine Abfindung möglich!

Die wenigsten Arbeitgeber haben Interesse an einem kostenintensiven Rechtsstreit, der sich womöglich über Jahre hinzieht. Deshalb konnte in vielen Fällen mit Hilfe des Verhandlungsgeschicks von mehrabfindung.de eine unkomplizierte Einigung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern erzielt werden. Wichtig ist nur, dass Sie schnell handeln: Sie haben nach Kündigungseingang nur drei Wochen Zeit, um Ihre Arbeitnehmerrechte wahrzunehmen!

Sie fragen sich, ob das wirklich funktionieren kann? Fragen Sie unsere Kunden! Beispielsweise konnten wir für Daniel, Lkw-Fahrer mit Leib und Seele, der aufgrund eines langwierigen Bandscheibenvorfalls gekündigt wurde, eine Abfindung erwirken.

Erfahrungsbericht von Daniel


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