Kündigung im hohen Alter

Eine Kündigung des Arbeitsvertrages ist immer unangenehm. Ist ein bestimmtes Alter erreicht, trifft einen Arbeitnehmer die Kündigung durch den Arbeitgeber besonders hart. Eine neue Arbeitsstelle zu finden, gestaltet sich oftmals schwieriger als bei anderen Arbeitnehmern.

  1. Kündigungsfristen bei längerer Betriebszugehörigkeit
  2. Allgemeiner Kündigungsschutz für Arbeitnehmer

Der Gesetzgeber und die Rechtsprechung haben deshalb im Arbeitsrecht eine ganze Reihe von Hindernissen für den Arbeitgeber vorgesehen, bevor er dem älteren Arbeitnehmer eine wirksame ordentliche Kündigung aussprechen darf. Zuerst ist festzuhalten, dass auch ein hohes Alter nicht vor einer außerordentlichen Kündigung schützt. Diese baut maßgeblich auf einem eklatanten Fehlverhalten des Arbeitnehmers auf, welches die Vertrauensbeziehung zum Arbeitgeber nachhaltig stört. Ein besonderer Kündigungsschutz ist daher in diesen Fällen nicht vorgesehen. Bei einer ordentlichen Kündigung liegt Kündigungsfristen die Sache indes anders.

Kündigung im hohen Alter

Kündigungsfristen bei längerer Betriebszugehörigkeit

Ältere Arbeitnehmer haben meist mit eine längere Betriebszugehörigkeit. Grundsätzlich kann ein Arbeitsverhältnis mit einer Frist von 4 Wochen zum 15. oder zum Ende des Kalendermonats gekündigt werden. Kündigt der Arbeitgeber also am 16.01. wird die Kündigung frühestens Ende Februar Wirkung entfalten. Ist der Arbeitnehmer mehrere Jahre bei dem Arbeitgeber beschäftigt, verlängert sich die Kündigungsfrist auf bis zu 7 Monate. Es soll unter Anderem auch dem Umstand Rechnung getragen werden, dass Arbeitnehmer in höherem Alter länger benötigen um einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Dies ist ein Schutzmechanismus des Arbeitsrechts.

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Allgemeiner Kündigungsschutz für Arbeitnehmer

Das Gesetz sieht aber eine weitere Schutzebene vor, die Arbeitnehmer in höherem Alter schützt. Bei Betrieben mit mehr als 10 Mitarbeitern sind ordentliche Kündigungen nur dann gerechtfertigt, wenn diese sozial gerechtfertigt sind. Dabei handelt es sich um einen offenen Rechtsbegriff, der durch die Gerichte ausgelegt wird und eine Einschätzung der jeweiligen Situation des Arbeitnehmers voraussetzt. Hier findet also eine vom Arbeitgeber zuerst durchzuführende Einschätzung und Abwägung der eigenen Interessen und Interessen des Arbeitnehmers statt. Es fließen sämtliche Faktoren mit ein, die für den Arbeitnehmer eine Rolle spielen - darunter die Betriebszugehörigkeit, das Alter, die bisherige Arbeitsleistung, ob Unterhaltspflichten bestehen oder wie viele Familienmitglieder von dem Erwerb des zu kündigenden Arbeitnehmers abhängig sind. Es muss eine Sozialauswahl stattfinden.

Pauschale Angaben lassen sich hier nicht machen, es kommt immer auf den Einzelfall an. Hier ist das Alter des Angestellten jedoch angemessen zu berücksichtigen.

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